Informationen zum Meldevorgang

 

Bitte beachten Sie, dass sich durch Inkrafttreten des neuen Hessischen Krebsregistergesetzes am 25.10.2014 für den Meldevorgang einige Änderungen ergeben haben!

Kurze Zusammenfassung zum Meldungsablauf:

  1. Information des Patienten über die Meldung der Erkrankung an das Hessische Krebsregister und sein Widerspruchsrecht (Ausnahme: der Patient würde durch die Information gesundheitliche Nachteile erleiden). Die Information des Patienten kann durch ein von der Vertrauensstelle zur Verfügung gestelltes Informationsfaltblatt erfolgen.
  2. Meldung der Erkrankung an das Krebsregister durch Ausfüllen des Meldebogens oder auf elektronischem Weg.
  3. Pathologen ohne Patientenkontakt melden wie unter b. beschrieben, informieren die einsendenden Ärzte über die erfolgte Meldung an das Krebsregister, die daraufhin wiederum ihre Patienten informieren.

 

Wir möchten im Folgenden das Wichtigste noch einmal zusammenfassen und auf die häufigsten Fragen eingehen, die von vielen Kollegen schriftlich oder am Telefon gestellt wurden:


1. Wer muss melden?

2. Was wird gemeldet?

3. Wie wird gemeldet?

4. Gibt es die Möglichkeit, elektronisch zu melden?

5. Wann, in welchem Umfang und wie oft wird gemeldet?

6. Sollte ich auch melden, wenn die Möglichkeit besteht, dass der/die Patient/in von anderer Stelle bereits gemeldet wurde?

7. Wie melde ich Patienten mit mehreren Tumorerkrankungen?

8. Muss der/die Patient/in eine Einverständniserklärung unterzeichnen?

9. Sollte ich auch Patienten mit Wohnsitz in anderen Bundesländern melden?

10. Wie werden Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome der Haut gemeldet?

11. Was muss ich beim Item "Erstdiagnosedatum" beachten?

12. Welche Besonderheiten treten bei einer Meldung durch Pathologen auf?

13. Welche Besonderheiten treten bei einer Meldung durch Dermatologen auf?

14. Welche Besonderheiten treten bei einer Meldung durch Neurologen und Neurochirurgen auf?

15. Werden die Meldungen vergütet?

16. Was sind die Mindestanforderungen der gesetzlichen Krankenkassen für die Vergütung?

17. Wo bekomme ich bevölkerungsbezogene Auswertungen aus den Krebsregistern (z. B. Inzidenzen)?

18. Welches ist der erste Schritt zur Aufnahme der Meldetätigkeit ans Krebsregister?

19. Wie kann ich neue Meldebögen und Patienteninformationen beziehen?

20. Wo bekomme ich Antworten auf weitere Fragen zum Hessischen Krebsregister und zur Vertrauensstelle?

 

1. Wer muss melden?

Jede/r hessische Ärztin/Arzt, aber auch Zahnärztin/Zahnarzt, die/der eine/n Tumorpatientin/en mit Wohnsitz in Deutschland behandelt. In Krankenhausabteilungen ist der leitende Arzt Ansprechpartner des Krebsregisters.

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2. Was wird gemeldet?

Alle bösartigen Tumoren einschließlich ihrer Frühstadien (Carcinoma in situ) mit Ausnahme der nichtmelanotischen Hauttumoren (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom der Haut mit ihren Vorstufen).
Zusätzlich sollen gutartige Tumoren des Zentralnervensystems im Register erfasst werden.

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3. Wie wird gemeldet?

Die Meldung kann auf elektronischem Weg (s.u.) oder durch Ausfüllen eines Meldebogens des Hessischen Krebsregisters erfolgen (Muster Klinischer Meldebogen, Muster Pathologischer Meldebogen, bitte diese nicht zur Meldung benutzen). Die Meldebögen sind bei der Vertrauensstelle des Hessischen Krebsregisters zu beziehen. Bitte beachten Sie, dass jeder Meldebogen durch die am oberen rechten Rand eingedruckte Nummer einer bestimmten Praxis oder Krankenhausabteilung fest zugeordnet ist. Dies hat abrechnungstechnische Gründe. Die Bögen können also nicht einfach an eine andere Praxis oder Abteilung weitergegeben werden.

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4. Gibt es die Möglichkeit, elektronisch zu melden?

Ja, bei Vorliegen bestimmter Systemvoraussetzungen können SIe elektronisch melden. Wenn Sie elektronisch melden möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Vertrauensstelle des Krebsregisters auf. (Kontaktdaten siehe Punkt 20)

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5. Wann, in welchem Umfang und wie oft wird gemeldet?

Das Hessische Krebsregister ist nach dem Hessischen Krebsregistergesetz ein klinisch-epidemiologisches Register. Dies bedeutet, dass der früher (bis Oktober 2014) für jeden Patienten erfasste kurze Datensatz in Zukunft nach den Vorgaben der klinischen Tumordokumentation ("Einheitlicher onkologischer Basisdatensatz") stark erweitert wird und neben der Erstdiagnose die Therapie (Operations-, Chemo- und Strahlentherapiedaten), den Verlauf (Rezidive, Nachsorgedaten), sowie den Abschluss der Behandlung umfasst. Dies bedeutet, dass Sie im Verlauf der Erkrankung eines Patienten mehrere Datensätze bzw. Meldebögen an das Hessische Krebsregister schicken können, die die Situation der Erkrankung bzw. die durchgeführten Maßnahmen und ihre Folgen zu dem jeweiligen Zeitpunkt beschreiben.

Wenn Sie ein EDV-Tumordokumentationssystem wie z.B. GTDS verwenden, sollte der Hersteller Ihnen diese Funktionen zur Verfügung stellen.

Um Ihnen eine Vorstellung vom Umfang der klinischen Dokumentation zu geben, können Sie unseren Musterbogen mit dem "einheitlichen onkologischen Basisdatensatz" (4 Seiten) einsehen. Dieser Bogen enthält auf Seite 1 oben Angaben zur Patientenidentifikation. Direkt folgend finden Sie im farbigen Feld den Anlass der Meldung. Es wird nie der gesamte vierseitige Bogen dokumentiert, sondern je nach aktuellem Anlass der entsprechende Teilbereich. Beispiel: Sie wollen die Erstdiagnostik der Tumorerkrankung erfassen. Sie kreuzen beim Anlass der Meldung "Erstdiagnose" an und füllen die Items der Seite 1 bis zum unteren Seitenrand aus, die restlichen 3 Seiten des Bogens ignorieren Sie. Wenn Sie eine operative Therapie dokumentieren wollen, kreuzen Sie beim Anlass der Meldung "OP" an und füllen auf Seite 2 oben die Daten zur OP (kurzer Datensatz unterhalb des blauen Balkens) aus. Wenn Sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Primärtherapie, den weiteren Krankheitsverlauf oder aber eine Nachsorge dokumentieren wollen, kreuzen Sie beim Anlass der Meldung "Verlauf (ohne Therapie)" an und füllen danach die Daten zum Verlauf auf Seite 3 aus.

Bitte benutzen Sie den Musterbogen nicht zur Meldung ans Krebsregister, er ist nur zur Veranschaulichung gedacht.

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6. Sollte ich auch melden, wenn die Möglichkeit besteht, dass der/die Patient/in von anderer Stelle bereits gemeldet wurde?

Ja, das Hessische Krebsregister ist ein klinisches Register, das den gesamten Verlauf der Tumorerkrankung der Patienten begleitet und dadurch Daten aus vielen verschiedenen Quellen erhält. Bitte melden Sie den Sachverhalt, der zum Zeitpunkt Ihrer Meldung im Krankheitsverlauf im Vordergrund steht. Wenn Sie die Primärdiagnostik durchgeführt haben, melden Sie (Erst-)Diagnosedaten, wenn Sie eine Therapie durchgeführt haben, melden Sie OP-, Strahlentherapie- oder Systemische Therapiedaten.

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7. Wie melde ich Patienten mit mehreren Tumorerkrankungen?

Bitte melden Sie jede Tumorerkrankung in einem separaten Datensatz bzw. auf einem separaten Meldebogen.

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8. Muss der/die Patient/in eine Einverständniserklärung unterzeichnen?  

Nein, jedoch muss der/die behandelnde Arzt/Ärztin den/die Patient/in über die Meldung oder die beabsichtigte Meldung unterrichten und über sein/ihr Widerspruchsrecht in schriftlicher Form aufklären. Letzteres geschieht durch Überreichen der von der Vertrauensstelle des Hessischen Krebsregisters (Tel.: 069 789045-0) zu beziehenden Patienteninformation. Wir bitten Sie, Ihren Patienten bei Nachfragen den heutzutage unbestrittenen Nutzen eines bevölkerungsbezogenen Krebsregisters zu erklären und eventuellen Ängsten zu begegnen.

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9. Sollte ich auch Patienten mit Wohnsitz in anderen Bundesländern melden?

Ja, wenn sie in Hessen behandelt wurden. Das Hessische Krebsregister ist ein klinisch-epidemiologisches Register, das Daten zur Unterstützung der Behandlung in hessischen Kliniken und Praxen erfasst, unabhängig vom Wohnort der Patienten (lediglich Patienten mit Wohnort im Ausland sind ausgenommen). Die Vertrauensstelle wird die Meldungen aber nach Möglichkeit auch an die für die Wohnorte der Patienten zuständigen Krebsregister anderer Bundesländer weiterleiten.

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10. Wie werden Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome der Haut gemeldet?

Das Hessische Krebsregister erfasst keine nichtmelanotischen Hauttumoren (Basalzell-, Plattenepithelkarzinome und ihre Vorstufen).

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11. Was muss ich beim Item "Erstdiagnosedatum" beachten?

Das Erstdiagnosedatum der Tumorerkrankung ist für das Krebsregister eminent wichtig, da alle epidemiologischen Auswertungen datumsbezogen sind. Sollte Ihnen das genaue Datum unbekannt sein, bitten wir Sie, Monat und Jahr, mindestens aber das Jahr anzugeben.

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12. Welche Besonderheiten treten bei einer Meldung durch Pathologen auf?

Wegen des fehlenden Patientenkontakts entfällt in diesem Fall die Information der Patienten über die Meldung an das Krebsregister. Stattdessen sollte die Unterrichtung über erfolgte Meldung und Widerspruchsrecht auf Veranlassung des Pathologen vom einsendenden behandelnden Arzt durchgeführt werden. Hierzu kann der Pathologe einen Textbaustein im Befundbericht einsetzen. Ein mit dem Hessischen Datenschützer abgestimmtes Formulierungsbeispiel:
"Hinweis gem. §5 Abs. 2 und 6 Hess. Krebsregister: Die gesetzliche Meldung an das Krebsregister habe ich vorgenommen. Ich habe Sie auf die Pflicht hinzuweisen, den Patienten/ die Patientin über die erfolgte Meldung und sein/ihr Widerspruchsrecht zu informieren."

Pathologen, die auf Papier melden, erhalten einen eigenen Meldebogen (Musterbogen), der sich von dem der Kliniker unterscheidet.

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13. Welche Besonderheiten treten bei einer Meldung durch Dermatologen auf?

Das Hessische Krebsregister erfasst keine nichtmelanotischen Hauttumoren (Basalzell-, Plattenepithelkarzinome und ihre Vorstufen).

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14. Welche Besonderheiten treten bei einer Meldung durch Neurologen und Neurochirurgen auf?

Das Hessische Krebsregister erfasst seit 25.10.2014 auch gutartige Tumoren des Zentralnervensystems.

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15. Werden die Meldungen vergütet?

Meldende Ärzte erhalten über die Abrechnungsstelle des Krebsregisters beim Land Hessen eine Vergütung, die von den Krankenkassen und Beihilfestellen bezahlt wird. Daher ist es wichtig, dass Sie den Namen und das Institutionskennzeichen der Krankenkasse und (bei gesetzlich Versicherten) die Krankenversichertennummer der Patienten mit an das Krebsregister melden, da die Krankenkassen eine Einzelfallabrechnung wünschen. Weitere Informationen zur Vergütung im Meldeverfahren erhalten Sie auf der Website des GKV-Spitzenverbandes.

Die Höhe der Meldevergütung wurde im Schiedsspruch vom 24.02.2015 wie folgt festgesetzt:

 
Meldungsart Betrag
a) gültige Meldung einer Erstdiagnose (Diagnosedaten) 18,00 €
b) gültige Meldung von Verlaufsdaten

8,00 €
c) gültige Meldung von Therapie- (z.B. OP, Systemische- und Strahlentherapie) sowie Abschlussdaten 5,00 €
d) gültige Pathologenmeldung
(histologischer, labortechnischer oder zytologischer
Befund)
4,00 €
e) Vergütung einer zahnärztlichen Diagnosemeldung ohne Angabe des ICD-Codes 15,00 €

 

Bei der Vergütung durch die Krankenkassen gibt es noch einige Unklarheiten. So ist z.B. noch nicht genau definiert, ob bei einem Krankheitsfall mehrere Meldungen zur Erstdiagnose vergütet werden können. Auch ist die Meldefrequenz von Verlaufsmeldungen unklar, d.h. wie oft gemeldete Verlaufsdaten vergütet werden können. Die Krebsregister-Meldevergütungs-Vereinbarung sieht vor, dass sich "die an der Behandlung beteiligten Ärzte und Krankenhäuser in den jeweiligen Arzt- bzw. Entlassungsbriefen über die erfolgten Meldungen an das jeweilige Krebsregister gegenseitig informieren und dadurch Mehrfachmeldungen vermieden werden können". Das Hessische Krebsregister hält diese Annahme für problematisch.   

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16. Was sind die Mindestanforderungen der gesetzlichen Krankenkassen für die Vergütung?

Die Krankenkassen, die die Vergütung Ihrer Meldungen übernehmen, haben Mindestanforderungen für jeden Meldeanlass (Meldungsart) definiert. Es ist wichtig, dass Ihre Meldungen an das Krebsregister diese Mindestanforderungen einhalten, damit die Vergütung ausgezahlt werden kann.

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17. Wo bekomme ich bevölkerungsbezogene Auswertungen aus den Krebsregistern (z.B. Inzidenzen)?

Jahresberichte des Hessischen Krebsregisters ("Krebs in Hessen") finden Sie hier: Krebsbericht 2008, Krebsbericht 2010. Die Auswertungen von Krebsdaten aus Deutschland ("Krebs in Deutschland") gibt es unter www.krebsdaten.de

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18. Welches ist der erste Schritt zur Aufnahme der Meldetätigkeit ans Krebsregister?

Bevor Sie Meldungen an uns übersenden, melden Sie sich bitte mit Hilfe eines der beiden nachstehenden Formblätter in der Vertrauensstelle des Hessischen Krebsregisters an. Bitte drucken Sie den für Sie vorgesehenen Anmeldebogen (s. u.) aus und schicken/ faxen Sie ihn uns ausgefüllt und unterschrieben zurück.

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19. Wie kann ich neue Meldebögen und Patienteninformationen beziehen?

Adresse:
Vertrauensstelle des Hessischen Krebsregisters
bei der Landesärztekammer Hessen K.d.ö.R.
Im Vogelsgesang 3
60488 Frankfurt am Main

Fon: 069 789045-0
Fax: 069 789045-29

E-Mail: vertrauensstelle@laekh.de

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20. Wo bekomme ich Antworten auf weitere Fragen zum Hessischen Krebsregister und zur Vertrauensstelle?

Adresse:
Vertrauensstelle des Hessischen Krebsregisters
bei der Landesärztekammer Hessen K.d.ö.R.
Im Vogelsgesang 3
60488 Frankfurt am Main

Fon: 069 789045-0
Fax: 069 789045-29

E-Mail: vertrauensstelle@laekh.de

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Wir bedanken uns bei Ihnen für die Bereitschaft, Ihren Beitrag zum Erfolg des Hessischen Krebsregisters zu leisten. Da aussagekräftige Auswertungen nur bei Erreichen einer Erfassungsrate von über 90% der Tumorfälle erwartet werden können, kommt es auf die Mitarbeit jedes/r einzelnen Kollegen/in an.